NIELS CHRISTIAN HVIDT, DAS WUNDER DES HEILIGEN FEUERS VON JERUSALEM – VIDEO – German

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Heiligen Feuers, 2015

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Orthodox Christian worshippers take part in the Holy Fire ceremony at the Church of the Holy Sepulchre in Jerusalem's Old City during the Easter holiday. April 14, 2012. Photo by Uri Lenz/FLASH90 *** Local Caption *** ôñçà ùáú äàåø éøåùìéí ðöøåú ëðñééú ä÷áø ðø ðøåú àåø

Niels Christian Hvidt, Das Wunder des Heiligen Feuers von Jerusalem

Quelle:

http://www.holyfire.org

http://www.holyfire.org/file/Deutsh_Das_Wunder_des_Heiligen_Feuers.htm

HOLY FIRE

“Am Heiligen Samstag sammeln sich die Gläubigen in großenGruppen in der Grabeskirche, da an diesem Tag Feuer vom Himmel herabkommt unddie Lampen in der Kirche entzündet.” So liest man in einem der vielenOsterreiseführer des Heiligen Landes.

“Das Wunder des heiligen Feuers” ist den orthodoxen Christen als das”größte aller christlichen Wunder” bekannt. Es findet jedes Jahr zur selben Zeit, aufdie selbe Art und am selben Ort statt. Von keinem anderen Wunder ist bekannt,dass es mit einer solchen Regelmäßigkeit und für so einegroße Zeitspanne geschieht. Man kann über dieses Wunder bereits inQuellen aus dem achten Jahrhundert lesen. Das Wunder ereignet sich in derGrabeskirche in Jerusalem, für Millionen von Gläubigen der heiligsteOrt auf der Erde. Die Grabeskirche selbst ist ein rätselhafter Ort.Theologen, Historiker und Archäologen nehmen an, dass die Kirche sowohlGolgatha, den kleinen Hügel, auf dem Jesus Christus gekreuzigt wurde, alsauch das “neue Grab”, nahe bei Golgatha, wo sein Leichnam, wie in denEvangelien beschrieben, bestattet wurde, enthält. Die Christen glauben,dass er genau an diesem Ort von den Toten auferstanden ist.

Das Wunder lässt sich durch die Jahrhunderte in den vielenReiseberichten des Heiligen Landes verfolgen. Der russische Priester Danielbeschreibt das “Wunder des heiligen Feuers” und die es umrahmenden Zeremoniensehr detailliert in seiner Reisebeschreibung aus den Jahren 1106/07. Ererinnert sich darin, wie der Patriarch die Grabeskapelle (Anastasis) mit zweinicht brennenden Kerzen betritt. Er kniet vor dem Stein auf den Christus nachseinem Tode aufgebahrt wurde und sagt bestimmte Gebete, worauf das Wundergeschieht. Licht geht aus dem Inneren des Steines hervor – ein blaues, undefinierbares Licht, dass nach einiger Zeit Öllampen, sowie die zwei Kerzen des Patriarchen entzündet. Das Lichtist “das Heilige Feuer” und breitet sich zu allen Menschen, die sich in derKirche aufhalten, aus. Die Zeremonie um “Das Wunder des Heiligen Feuers” istwohl die älteste, unverändert praktizierte christliche Zeremonie inder Welt. Seit dem vierten Jahrhundert bis zum heutigen Tage berichtenverschiedenste Quellen von seiner Ehrfurcht einflössenden Kraft. Ausdiesen Quellen geht hervor, dass das Wunder durch die Jahrhunderte immer amselben Ort, dem selben Feiertag und im selben liturgischen Rahmen gefeiertwurde. Man kann sich fragen, ob es auch im Jahr 1998 geschehen würde.

Um dies heraus zu finden, bin ich nach Jerusalem gereist, um bei derZeremonie während der “Das Wunder des Heiligen Feuers” geschieht, anwesendzu sein. Ich kann bezeugen, dass es nicht nur in der antiken Kirche undwährend des Mittelalters, sondern auch am 18. April 1998 geschah. Dergriechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem. Diodorus I. ist der Mann, derjedes Jahr das Grab betritt, um das Heilige Feuer zu empfangen. Er istPatriarch von Jerusalem seit 1982 und somit der Kronzeuge für das Wunder.Vor der diesjährigen Zeremonie empfing uns der Patriarch zu einerPrivataudienz, bei der ich die Möglichkeit hatte, mit ihm über dasWunder zu sprechen um herauszufinden, was genau im Grab passiert und was dasWunder für ihn persönlich bedeutet. Weiterhin bekam ich durch seineHilfe die Erlaubnis, den Balkon der Grabeskirche zu betreten, von dem aus icheinen guten Überblick über die in Erwartung des “Großen Wundersdes Heiligen Feuers” um das Grab versammelte Menge hatte.

Was genau passiert in der Grabeskirche am Oster-Samstag? Warum hat dasWunder so einen starken Einfluss auf die orthodoxe Tradition? Warum scheint esso, als ob niemand in den katholischen und protestantischen Ländern etwasüber das Wunder gehört hat?

Eine der berühmtesten Zeremonien der orthodoxen Kirche

Das Wunder geschieht jedes Jahr am orthodoxen Ostersamstag. Es gibtviele Arten von orthodoxen Christen: syrische, armenische, russische undgriechisch-orthodoxe, sowie die Kopten. In der Grabeskirche gibt es alleinsieben verschiedene Denominationen. Das Datum des orthodoxen Osterfestesrichtet sich nach dem Julianischen Kalender und nicht nach dem in Westeuropaüblichen Gregorianischen Kalender. Dies hat zur Folge, dass das orthodoxeOsterfest auf ein anderes Datum fällt, als das protestantische undkatholische.

Seitdem Konstantin der Große Mitte des vierten Jahrhunderts dieheilige Grabeskirche errichten ließ, wurde sie viele Male zerstört.Die Kreuzfahrer bauten die Kirche, wie wir sie heute sehen können. UmJesus Grab wurde eine kleine Kapelle mit zwei Räumen errichtet – einkleiner Raum vor dem Grab und der Grabraum selber, in den nicht mehr alsfünf Leute passen. Diese Kapelle ist der Mittelpunkt der wunderbarenEreignisse. An keinem anderen Tag ist die heilige Grabeskirche so gefüllt,wie am Ostersamstag. Wer in die Kirche eintreten möchte, muss mit bis zusechs Stunden Wartezeit rechnen. Wegen des großen Andrangs, schaffen esjedes Jahr mehrere hundert Menschen überhaupt nicht bis in die Kirche.Pilger von allen Enden der Erde kommen, die Mehrheit aus Griechenland, in denletzten Jahren ein zunehmender Anteil aus Russland und den ehemaligenOstblockländern.

Um dem Grab so nah wie möglich zu sein, kampieren Pilger inErwartung des Wunders um die Grabeskapelle schon ab dem Nachmittag desKarfreitags. Das Wunder ereignet sich um 14:00 Uhr, aber bereits gegen elf Uhrist die Kirche wie ein siedender Kessel.

Die Feier

Von etwa elf Uhr bis um 13:00 Uhr singen die arabischen lauthalstraditionelle Lieder. Diese Lieder gehen auf die türkische Besatzung vonJerusalem im 13. Jahrhundert zurück, einer Zeit, in der die Christen ihreLieder ausschließlich innerhalb ihrer Kirchen singen durften. “Wir sinddie Christen, das sind wir seit Jahrhunderten und wir werden das für immerund ewig sein. Amen!” singen sie aus voller Kehle, von Trommeln begleitet. DieTrommler werden dabei von anderen auf den Schultern getragen, die wild um dieGrabeskapelle herumtanzen. Aber um 13:00 Uhr klingen die Lieder aus und danachherrscht Stille – eine gespannte, geladene Stille, elektrisiert von derErwartung der großen Manifestation von Gottes Kraft die alle erfahrenwerden.

Um 13:00 Uhr schiebt sich eine Delegation der lokalen Autoritätendurch die Menge. Obwohl diese Offiziellen keine Christen sind, sind sie dochTeil der Zeremonie. In der Zeit der türkischen Besatzung Palästinaswaren sie moslemische Türken, heute sind sie Israelis. Seit Jahrhundertenist die Anwesenheit dieser Offiziellen integraler Bestandteil der Zeremonie,denn sie repräsentieren die Römer aus der Zeit Jesu. Die Evangelienberichten von Römern, die das Grab Jesu versiegelten, so dass seineJünger den Leichnam nicht stehlen konnten, um nachher zu behaupten, erwäre auferstanden. Genauso versiegeln heute die israelischenAutoritäten das Grab mit Wachs. Vor dem versiegeln der Tür ist esüblich dass sie das Grab nach versteckten Feuerquellen durchsuchen, diedas Wunder durch Betrug ermöglichen würden. Genau wie damals dieRömer garantierten, dass es nach dem Tode Jesu keine Manipulationen gab,garantieren heute die israelischen Vertreter, dass 1998 nicht betrogen wird.

Das Zeugnis des Patriarchen

Nachdem das Grab überprüft und versiegelt wurde, singt dieganze Kirche das Kyrie Eleison (Herr,erbarme Dich). Um 13:45 Uhr betritt der Patriarch die Szenerie. An der Spitzeeiner großen Prozession umkreist er das Grab dreimal, wonach er seinerliturgischen Kleider entledigt wird, bis auf ein weißes Gewand, dass erals ein Zeichen von Demut vor der großen Kraft Gottes trägt, die ernun erfahren wird. Alle Öllampen sind bereits in der vorherigen Nachtgelöscht worden und nun verlöschen alle übrigen künstlichenLichtquellen, so dass ein Grossteil der Kirche in Dunkelheit gehüllt ist.Mit zwei großen Kerzen betritt der Patriarch die Grabeskapelle – zuerstden kleinen Raum vor dem Grab und dann das Grab selber. Es ist unmöglich,die Ereignisse im Grab zu verfolgen, deshalb habe ich den Patriarchen vonJerusalem, Diodorus, über das Geschehen dort befragt:

“Eure Seligkeit, was passiert, wenn ihr die Heilige Grabeskapelle betretet?”

“Ich betrete das Grab und knie in heiliger Furcht vor dem Platz nieder,auf den Jesus nach seinem Tode gebettet wurde und von dem er von den Totenwieder auferstanden ist. In der Heiligen Grabeskapelle selber zu beten, istfür mich immer ein sehr heiliger Moment an einem sehr heiligen Ort. Vonhier aus ist Er in Herrlichkeit auferstanden, und von hier aus hat er seinLicht in alle Welt verbreitet. Johannes schreibt im ersten Kapitel seinesEvangeliums, dass Jesus das Licht der Welt ist. Kniend in der unmittelbarenNähe des Ortes, von dem Er von den Toten auferstanden, wird man in derunmittelbare nähe seiner glorreichen Auferstehung gebracht. Katholiken undProtestanten nennen diese Kirche “die Grabeskirche”. Wir nennen sie “dieAuferstehungskirche”. Die Auferstehung Christus ist für uns Orthodoxe dasZentrum unseres Glaubens. Durch Seine Auferstehung hat Christus denendgültigen Sieg über den Tod errungen, nicht nur über seinenTod, sondern auch über den Tod aller die nahe bei Ihm stehen werden.

Ich glaube, dass es kein Zufall ist, dass das Heilige Feuer genau andiesem Ort herabkommt. Bei Matthäus 28,3 steht, dass bei ChristusAuferstehung ein Engel erschienen ist, der in ein furchterregendes Lichtgekleidet war. Ich glaube, dass dieses Licht, das den Engel während JesuAuferstehung umhüllt hat, das selbe Licht ist, das auf eine wunderbareWeise jeden Ostersamstag erscheint. Christus will uns erinnern, dass seineAuferstehung Realität ist und nicht nur ein Mythos; er kam wirklich in dieWelt um durch seinen Tod und seine Auferstehung das notwendige Opfer zu bringen,damit dem Menschen die Wiedervereinigung mit seinem Schöpferermöglicht würde.”

Das Blaue Licht

“Ich suche meinen Weg bis in den Grabraum in der Dunkelheit und falleauf die Knie. Hier spreche ich bestimmte Gebete, die uns durch Jahrtausendeüberliefert wurden und warte dann. Manchmal warte ich ein paar Minuten,aber meistens passiert das Wunder gleich nachdem ich gebetet habe. Aus demInnern des Steins, auf dem Jesus aufgebahrt wurde, entweicht einunbeschreibbares Licht. Normalerweise hat es eine blaue Nuance, aber die Farbekann sich ändern und kann viele Töne annehmen. Mann kann es mitmenschlichen Worten nicht beschreiben. Das Licht steigt aus dem Stein empor, sowie Nebel aus einem See. Es sieht fast so aus, als ob der Stein von einer Wolkeumgeben ist, aber es ist Licht. Das Licht verhält sich jedes Jahrunterschiedlich, manchmal bedeckt es nur den Stein, ein andermal leuchtet derganze Grabraum, so dass die Menschen, die in der Kirche warten, das Grab vonLicht erfüllt sehen. Das Licht brennt nicht- ich habe mir in dem 16Jahren, in denen ich nun Patriarch von Jerusalem bin und das heilige Lichtempfange, noch nie den Bart verbrannt. Das Licht hat eine andere Konsistenz alsdas Feuer, das in den Öllampen brennt.”

“An einem bestimmten Punkt steigt das Licht empor und bildet eineSäule, in der das Feuer sich anders verhält, so dass ich meine Kerzenanzünden kann. Nachdem ich das Feuer empfangen habe, gehe ich nachdraußen und gebe das Feuer zuerst dem armenischen und dann dem koptischenPatriarchen und dann allen Menschen, die sich in der Kirche befinden.”

Die Symbolische Bedeutung des Wunders

“Wie erleben Sie das Wunder und was bedeutet es für Ihrspirituelles Leben?”

“Das Wunder bewegt mich jedes Jahr aufs neue tief. Jedes mal bedeutetes einen weiteren Schritt zu meiner Bekehrung. Für mich persönlichist es ein großer Trost, Christus Treue zu uns zu erleben, die Er dadurchbeweist, dass Er uns das Licht jedes Jahr trotz unserer Schwächen undVersagen wieder sendet. Wir erleben viele Wunder in unsere Kirche, und Wundersind nichts Fremdes für uns. Es passiert oft, dass Ikonen weinen, wenn derHimmel uns zeigen will das er uns nahe ist; wir haben auch Heilige, denen Gottviele geistige Gaben schenkt. Keines dieser Wunder hat jedoch so einedurchdringende und symbolische Bedeutung für uns, wie das Wunder des Heiligen Lichtes. Das Wunderist beinahe wie ein Sakrament. Es vergegenwärtigt die AuferstehungChristi, als ob sie nur vor ein paar Jahre n geschehen wäre.”

Während der Patriarch in der Kapelle vor dem Grab kniet, ist eszwar stockdunkel draußen, aber deswegen herrscht noch lange keine Stille.Man hört ein lautes Murmeln, die Atmosphäre ist sehr gespannt. Wennder Patriarch mit den zwei brennenden Kerzen hervortritt, die die Dunkelheiterhellen, hallt ein lautes Jubeln in der Kirche wieder, vergleichbar mit demTorschrei bei einem Fußballspiel.

Das Wunder führt zum Glauben

Das Wunder beschränkt sich nicht nur auf das, was sich in derKapelle, wo der Patriarch betet abspielt. Was wahrscheinlich viel bedeutsamerist, sind Berichte darüber, dass das blaue Licht auch in der Kircheerscheint und “aktiv” ist. Jedes Jahr berichten immer wieder vieleGläubige, dass dieses wundersame Licht Kerzen, die sie in der Handhielten, ganz von selbst entzündete.

Jeder in der Kirche wartet mit Kerzen in der Hand, in der Hoffnung,dass sie sich spontan entzünden werden. Oft fangen erlöschteÖllampen vor den Augen der Pilger spontan an zu brennen. Man sieht, wiesich das blaue Feuer an verschiedene Stellen in der Kirche bewegt.

Eidesstattliche Erklärungen von Pilgern, deren Kerzen sichentzündeten, bezeugen die Authentizität dieser Entzündungen.

Die Person, die das Wunder aus der Nähe erlebt – entweder dadurch,dass sich eine Kerze in der Umgebung spontan entzündet, oder dadurch, dasssie das blaue Feuer sieht – verlässt Jerusalem als veränderterMensch. Für jeden, der an dieser Zeremonie teilnimmt, gibt es immerein”vor” und “nach dem Wunder desheiligen Feuers in Jerusalem”.

Unbekannt im Westen

Man kann sich fragen, warum das Wunder in Westen Europas fast unbekanntist. In den protestantischen Gebieten wäre eine möglicheErklärung, dass hier keine Tradition der Wunder existiert. Die Menschenwissen nicht, in welche “Schublade” sie das Wunder einordnen sollen, und dieMedien registrieren es nicht als solches. In der katholischen Welt jedoch gibtes eine starke Tradition und ein großes Interesse für Wunder, warum also ist es kaum bekannt?

Dafür reicht eine einzige Erklärung: Kirchenpolitik!

Nur die Orthodoxe Kirche feiert die Zeremonie, während das Wundergeschieht. Es ereignet sich nur während der orthodoxen Osterfeier, ohnedass katholische Geistliche teilnehmen. Einige orthodoxe Christen werten diesals einen Beweis, dass die orthodoxe Kirche die einzig legitime Kirche Christiin der Welt ist, und diese Sichtweise bereitet manchen katholischen KreisenSchwierigkeiten.

Die Frage der Authentizität

So wie bei anderen Wundern auch, gibt es Menschen, die der Auffassungsind, dass alles Betrug, und nichts als ein Meisterstück orthodoxerPropaganda ist. Sie glauben, dass der Patriarch eine Feuerquelle im Grab hat.Diese Kritiker sehen sich mit einer Reihe von Fragen konfrontiert.Streichhölzer und andere Feuerquellen sind relativ junge Erfindungen. Esist nur ein paar hundert Jahre her, als das Entzünden von Feuer war einelangwierige Angelegenheit war,die viellänger als die paar Minuten gedauert hat, die der Patriarch im Grabverbringt. Man könnte auch vermuten, dass sich eine versteckteÖllampe im Grab befindet, mit deren Hilfe die Kerzen entzündetwerden. Dem steht jedoch das Zeugnis der Offiziellen gegenüber, die dasGrab kontrolliert und nichts gefunden haben.

Das stärkste Argument gegen einen Betrug ist aber nicht dasZeugnis der Patriarchen.

Die Kritik muss sich den Tausenden von unabhängigen Zeugnissen derPilger, deren Kerzen sich spontan und ohne eine plausible Erklärungentzündet haben, stellen. Nach unseren Recherchen es war bisher nichtmöglich, das spontane Entzünden einer Kerze zu filmen. Ich bin aberim Besitz einer Videosequenz, dievondem jungen Ingenieur Souhel Nabdiel aus Bethlehem gefilmt wurde. Herr Nabdielhat seit seiner frühen Kindheit an der Zeremonie teilgenommen. Im Jahre1996 wurde er gebeten, die Zeremonie vom Balkon der Kirche aus zu filmen. Mitihm auf dem Balkon befanden sich noch eine Nonne und vier weitereGläubige. Die Nonne stand rechts von Herr Nabdiel. Auf dem Video kann mansehen, wie er zuerst die Menge unten in der Kirche aufnimmt. Als der Momentgekommen ist, an dem der Patriarch ins Grab eintritt, um das Heilige Feuer zuempfangen, erlöschen alle Lichter. Während der Patriarch sich noch imGrab befindet, hört man auf dem Video einen überraschten Aufschrei von der Nonne, die neben Herrn Nabdiel steht.

Die Videokamera beginnt zu wackeln, und man kann die aufgeregte Stimmender sich auf dem Balkon befindenden Gläubigen hören. Die Kamera drehtsich jetzt nach rechts, wo sich die Ursache der Aufregung befindet. Einegroße Kerze, die von der russischen Nonne gehalten wird, entzündetsich vor den Augen der Anwesenden, noch bevor der Patriarch aus dem Grab herausgekommen ist. Mit zitternden Händen hält sie die Kerze, währendsie sich immer wieder in Ehrfurcht vor der großen Macht, deren Zeugin siegerade geworden war, bekreuzigt. Diese Videosequenz scheint die besteerhältliche filmische Dokumentation des Wunders zu sein.

Wunder können nicht bewiesen werden

Das Wunder wird – wie alle Wunder – von unerklärlichen Faktorenbegleitet. Wie der ErzbischofvonTiberias, Alexios, gesagt hat, als ich ihm in Jerusalem getroffen habe:

“Das Wunder wurde nie gefilmt und wird wahrscheinlich auch nie gefilmtwerden. Wunder können nicht bewiesen werden. Glaube ist die Voraussetzung,damit ein Wunder Frucht im Leben einer Person bringt, und ohne diese Glaubengibt es keine Wunder im exakten Sinne.

Das wahre Wunder in der christlichen Tradition hat nur einen Sinn: Gotterweist seiner Schöpfung seine Gnade, und Gott kann diese Gnade nicht ohneden Glauben seiner Geschöpfe erweisen. Deshalb kann es kein Wunder ohneGlauben geben.”

Meinardus Otto: The ceremony of the Holy Fire in the Middle Ages andto-day.

Bulletin de la Societe d`Archeologie Copte, 16, 1961-2.242-253

Klameth, Dr. Gustav. Das Karsamstagfeuerwunder der heiligenGrabeskirche.

Wien,1913

Translator: Daniela Gaisler

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